Wie ist das eigentlich mit den Steuern beim Trading?

Zuerst die große Erleichterung: Ihr müsst als Trader kein Unternehmen gründen oder ein Gewerbe oder Ähnliches anmelden. Ich lasse meine Gewinne einfach als privaten Vermögensaufbau laufen. Wenn du von erspartem Geld zB. eine Aktie kaufst und diese wieder mit Gewinn verkaufst, musst du als Privatmann auch kein Unternehmen oder Gewerbe anmelden. Dann müsste jede Omi, die sich von Ihrem Bankberater mal die guten alten Telekom Aktien ins Depot legen hat lassen, ja ein Unternehmen gründen! Dies wird uns privaten Investoren erspart – und genauso werden Trading Gewinne, egal mit welchem Instrument (ob Aktie, Derivat, Zertifikat etc) auch behandelt.

In Deutschland musst du Tradinggewinne dann privat versteuern. Gewinne werden mit 25% Kapitalertragssteuer zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag besteuert. Zusätzlich können Kirchensteuer (je nach Bundesland) anfallen. Wenn dein Broker den Sitz im Ausland hat, führt er die Steuern in der Regel NICHT automatisch ab und du musst deine Gewinne und Verluste (dazu später mehr) in eurer Einkommenssteuererklärung angeben.

Steuern muss man bezahlen, auch wenn man sich die Gewinne nicht auszahlen lässt. Kapitalertrag ist Kapitalertrag, egal ob du den Gewinn gleich reinvestierst.

Banken und Broker mit Sitz in Deutschland führen Steuern in der Regel automatisch ab. Bitte informiert euch hierzu bei eurem Broker.

Kleiner Hinweis: Es kann unter Umständen ab einem bestimmten Tradingvolumen aus Steuersicht sinnvoll sein ein Unternehmen zu gründen. Hierzu findet ihr im Internet genügend wertvolle Informationen. Damit kenne ich mich zu wenig aus, da ich nur privaten Vermögensaufbau betreibe. In den meisten Fällen zahlt sich besonders für Anfänger das Trading als Privatperson aus.

Muss ich auch auf Verluste Steuern zahlen?

Zum Glück: Nein! Solltest du in einem Jahr einen Verlust gemacht haben, kannst du diesen Verlust als Verlustvortrag geltend machen und im nächsten Jahr mit den Gewinnen verrechnen. Deshalb ist es sinnvoll bei der Einkommenssteuererklärung auch immer den Verlust mit anzugeben! (Verlust/Gewinn= Tradinggewinne – Tradingverluste in einem Jahr)

Beispiel:

Im Jahr 2017 hast du einen Tradingverlust von 1.500€ gemacht. 2018 lieft deutlich besser und du hast einen Gewinn von 5.000€ ertradet. Somit musst du für 2018 nur auf 3.500€ (nämlich 5.000€ – 1.500€ = 3.500€) Steuern zahlen, nicht auf die gesamten 5.000€.

Bitte beachte, dass diese Erklärungen keine Steuerberatung darstellt und ersetzen können und nur einen groben Einblick in dieses Thema geben. Ich bin keine Steuerberaterin, eine Beratung durch einen qualifizierten Steuerberater ersetzt dieser Artikel nicht. Auf Grund der regelmäßigen Änderungen bzw. Aktualisierungen im Steuerrecht kann die Richtigkeit und Aktualität dieses Artikels nicht zwingend gewährleistet werden.


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